redlist ROTE LISTE DER
GEFÄHRDETEN ANTIKEN PERUS
icom museum

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Das Kulturerbe Perus besteht aus Objekten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit leicht zu erkennen sind. Sie stammen aus wichtigen präkolumbischen Zivilisationen, aus den Epochen des Vizekönigreichs und der Republik.
Diese kulturellen peruanischen Reichtümer werden illegal gehandelt, obwohl sie durch nationale und internationale Gesetze geschützt sind. Zwischen 2004 und 2006 wurden mehr als 5.000 Kultur- und Naturobjekte konfisziert. Illegale Grabungen an archäologischen Fundstätten nehmen zu, ebenso Plünderungen und Diebstähle in Kirchen und Museen. Der illegale Handel mit peruanischen Kulturgütern verursacht einen irreparablen Schaden für das Kulturerbe und die Identität des Landes. Dies bedeutet einen großen Verlust für das Erbe der Menschheit.


DIE ROTE LISTE ENTHÄLT FOLGENDE GRUPPEN :
(Die Fotografien zeigen keine gestohlenen Objekte, sondern veranschaulichen die Gruppen von Kulturgütern, die illegal gehandelt werden.)

KOLONIALZEIT UND REPUBLIK

  1. Ethnographische Objekte
  2. Malerei
  3. Skulpturen
  4. Objekte aus Silber
  5. Münzen
  6. Möbel
  7. Drucke
  8. Stoffe
  9. Dokumente
  10. Keramik

PRÄKOLUMBISCHE EPOCHE

  1. Gewebe
  2. Objekte aus Metall
  3. Keramik
  4. Stücke aus Halbedelsteinen
  5. Objekte aus Stein
  6. Objekte aus Holz
  7. Fossilien
  8. Menschliche Reste


Kontext

Contexte Contexte Der Internationale Museumsrat (ICOM) veröffentlicht die vorliegende rote Liste der gefährdeten Antiken Perus als Beitrag zum Kampf gegen Plünderung und Zerstörung archäologischer Fundstellen in Peru, mit dem Ziel die betreffenden Justizorgane zu unterstützen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die internationale Zusammenarbeit beim Schutz des peruanischen Kulturerbes zu fördern.

Diese rote Liste ist die bisher fünfte dieser Art, die ICOM herausgebracht hat*. In allen werden Typen und Gruppen von Kulturgütern beschrieben, die zwar durch die jeweiligen nationalen Gesetzgebungen und durch internationale Abkommen geschützt sind, aber dennoch vorwiegend im internationalen Schwarzmarkt gehandelt werden. Diese Beschreibungen wurden von international anerkannten Archäologen und Ethnologen erstellt, die aus dem jeweiligen Land oder Gebiet der betreffenden Antiken stammen. Die Abbildungen zeigen Stücke, die von diesen Experten als Teile der Gruppen genannt wurden, die besonders geplündert und illegal gehandelt werden. Die roten Listen dienen dem Schutz des gefährdeten Kulturgutes und sollen Zöllnern, Polizisten, Kunsthändlern, Museumsbeamten und Sammlern bei der Identifizierung von Stücken möglicherweise illegaler Herkunft helfen. Eventuellen Käufern wird deshalb empfohlen, Antiken nur dann zu erwerben, wenn Eigentumsrechte und Herkunftszertifikate vorliegen, die die entsprechende Rechtmässigkeit nachweisen. Darüber hinaus werden die betreffenden Behörden dazu aufgefordert, während der Untersuchungen zur Aufklärung der Herkunft die üblichen Präventivmassnahmen bei Stücken zweifelhaften Ursprungs anzuwenden.

1. Geplünderter archäologischer Friedhof, Costa Central, Peru
© Museo Municipal Huaca Malena

2. Ausgeraubte Kirche von Coporaque, Cusco
© INC

Rote Liste der archäologischen Stücke aus Afrika 2000
* Rote Liste der gefährdeten Kulturgüter Lateinamerikas 2003
Rote Liste der am stärksten gefährdeten Antiken des Irak 2003
Rote Liste der gefährdeten Antiken Afganistans, 2006
© 2007, ICOM, Alle Rechte vorbehalten.




Zielsetzung

Diese rote Liste wurde mithilfe von Museen, Kunsthändlern, Sammlern sowie Zoll- und Polizeibeamten zusammengestellt, deren Aufgabe es ist, Objekte zu erkennen, die illegal aus Peru exportiert worden sein können. Die Liste ist in verschiedene Kategorien von gefährdeten Objekten gegliedert, sie ist außerdem gegliedert in Kategorien von Objekten, die für den illegalen Handel auf dem Antiquitätenmarkt in Frage kommen, und soll die Identifizierung vereinfachen. Diese Objekte sind durch peruanische Gesetze geschützt, die den Export und den Verkauf verbieten. Gleichzeitig sind Museen, Auktionshäuser, Kunsthändler und Sammler aufgerufen, Objekte erst nach genauer Prüfung der Herkunft sowie der Eigentumsurkunden anzunehmen.
Wegen der großen Vielfalt der Objekte, Stile und Perioden ist die rote Liste der gefährdeten Antiken Perus nicht vollständig, und so muss allen antiken Stücken, die aus Peru stammen könnten, besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht geschenkt werden.



Mit der Unterstützung von :
U.S. Department of State
Bureau of Educational and Cultural Affairs